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Hautkrebs verstehen

Mit einer stetig zunehmenden Anzahl von Neuerkrankungen ist Hautkrebs eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Der Hautkrebsratgeber soll Ihnen dabei helfen, Hautkrebs besser zu verstehen und sich über die verschiedenen Ausprägungen zu informieren.

Was ist Hautkrebs und wie entsteht er?

Hautkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die unterschiedliche Erscheinungsformen aufweist und der eine ungehinderte Vermehrung von Hautzellen zugrunde liegt.

Zwei wesentliche Hautkrebsarten werden unterschieden: der „helle“ oder auch „weiße“ Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) und der „schwarze“ Hautkrebs (malignes Melanom). Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 213.000 Menschen an hellem Hautkrebs. Der aufgrund seiner Aggressivität deutlich bekanntere und gefürchtete schwarze Hautkrebs tritt dahingegen mit ca. 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr sehr viel seltener auf.

Eine übermäßige Aussetzung gegenüber Sonnenlicht gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Ein ausreichender Schutz gegenüber UV-Strahlung trägt daher maßgeblich dazu bei, das Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs zu verringern.

Hautkrebs im Überblick: Ursache und Prävention Hautkrebs im Überblick: Ursache und Prävention

Welche Erscheinungsformen gibt es?

Nachfolgend finden Sie genauere Informationen zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Hautkrebs:

Bei einer Aktinischen Keratose handelt es sich um eine Vorstufe von Hautkrebs (Präkanzerose), die hauptsächlich durch natürliche und künstliche UV-Strahlung hervorgerufen wird. In Europa sind 15% der Männer und 6% der Frauen von dieser Erkrankung betroffen. Ursächlich für die Hautveränderungen ist ein abnormes Wachstum von bestimmten Hautzellen in der obersten Hautschicht, den sogenannten Keratinozyten.

Die zunächst nicht sichtbaren Hautläsionen bei einer Aktinischen Keratose entwickeln sich in fortgeschrittenen Stadien zu schuppenden, rauen oder verhornten, hautfarbenen oder geröteten Flecken an zumeist sonnenexponierten Körperregionen. Zu diesen sogenannten „Sonnenterassen“ der Haut zählen z. B. die Schultern, das Dekolleté, die Unterarme, der Handrücken oder der Kopf. Obwohl die Aktinische Keratose als gutartig eingestuft wird, kann sie sich unbehandelt in ca. 10% der Fälle zu einer Form von hellem Hautkrebs – dem Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) – entwickeln. Daher können durch die rechtzeitige Erkennung und Behandlung von frühen Hautveränderungen bestimmte Hautkrebsformen verhindert werden.

Schaubild Aktinische Keratose
Kopfhaut mit Aktinischer Keratose

Beim hellen Hautkrebs entwickeln sich in den oberen Hautschichten Tumore, die, im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs, nicht aus den Pigmentzellen (Melanozyten) hervorgehen. Daher wird der helle Hautkrebs auch als nicht-melanozytärer Hautkrebs bezeichnet. Es gibt zwei verschiedene Arten von hellem Hautkrebs – das Plattenepithelkarzinom, auch als Spinalzellkarzinom (Spinaliom) bezeichnet, und das Basalzellkarzinom (Basaliom).

Die zweithäufigste Tumorart der Haut – das Plattenepithelkarzinom – entwickelt sich fast ausschließlich auf Grundlage einer vorangegangenen Aktinischen Keratose. Das Erscheinungsbild des hellen Hautkrebses ähnelt zunächst einer Aktinischen Keratose und entwickelt im weiteren Verlauf knotige, feste Verhornungen, die beim Ablösungsversuch häufig zu bluten beginnen.

Schaubild Plattenepithelkarzinom

Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form bösartiger Tumore der Haut und entsteht aus der untersten Schicht (Basalschicht) der Oberhaut (Epidermis) und/oder aus Bereichen, in denen die Haarwurzeln verankert sind.

Sowohl das Plattenepithelkarzinom als auch das Basalzellkarzinom ist zumeist an Körperarealen zu finden, die einer erhöhten UV-Strahlung (z.B. Dekolleté und Gesicht) ausgesetzt sind. Für den Betroffenen bedeutet heller Hautkrebs eine deutlich günstigere Prognose als schwarzer Hautkrebs. Diese Form breitet sich nämlich nur selten in Form von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe aus. Trotz des vergleichsweise harmlosen Erscheinungsbildes ist eine frühzeitige Behandlung von hellem Hautkrebs unerlässlich. Wie Sie das Risiko von Hautkrebs verringern können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Schaubild Basalzellkarzinom

Der schwarze Hautkrebs, auch als malignes Melanom bekannt, bezeichnet eine sehr gefährliche Form von Hautkrebs, dessen Ursprung die Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) bilden. Im Vergleich zum hellen Hautkrebs erkranken sehr viel weniger Menschen am schwarzen Hautkrebs. Dennoch ist die Sterblichkeitsrate aufgrund der schnellen Ausbreitung in andere Körperareale sehr viel höher.

Die Entstehung oder Veränderung von Pigmentmalen oder Muttermalen in Größe, Gestalt und Farbe sind erste Anzeichen für eine mögliche Entartung von Hautzellen zu schwarzem Hautkrebs. Im Gegensatz zu hellem Hautkrebs können maligne Melanome auch an Tageslicht-bedeckten Körperstellen auftreten. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Haut-Screenings) auf Hautkrebs bei einem Dermatologen und Selbstuntersuchungen, auch von schlecht einsehbaren Körperregionen, sind daher ratsam. Die frühzeitige Erkennung solcher Warnzeichen entscheidet nämlich maßgeblich über den Verlauf dieser Erkrankung. Wie Sie solche Anzeichen erkennen können, erfahren Sie anhand unseres Muttermalratgebers.

Bei einem möglichen Verdacht oder weiteren Fragen rund um Hautkrebs wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, denn jedem Patienten steht ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening zu.

Schaubild Melanom

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren von Hautkrebs?

Die wichtigsten Risikofaktoren zusammengefasst:

  • Natürliches und künstliches UV-Licht
  • Berufliche UV-Exposition
  • Erbliche Veranlagung (Hauttyp und Hautkrebsvorgeschichte)
  • Alter
  • Schlechte Immunabwehr (z. B. durch Krankheit und/oder Einnahme von Medikamenten zur Herabsetzung der Immunabwehr)

Für die Entstehung von Aktinischen Keratosen oder Hautkrebs sind in erster Linie künstliche oder natürliche ultraviolette (UV-)Strahlen ursächlich.

Während UV-C-Strahlen bereits in der Atmosphäre vollständig gefiltert werden, können UV-A- und UV-B-Strahlen die Erdoberfläche erreichen und sehr gefährlich für unsere Haut werden, denn beide Arten sind nachweislich an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt.

Schaubild Filterung von UV-Strahlen

Die langwelligen UV-A-Strahlen gelangen tief in die untersten Schichten der Haut und wirken direkt auf die DNA im Zellkern. Dadurch verursachen sie nachhaltige Veränderungen im Erbgut und begünstigen langfristig die Entwicklung von Hautkrebs. Zudem bewirken UV-Strahlen eine gesteigerte Bildung von schädlichen Molekülen, den sogenannten freien Radikalen, die ungehindert die Stoffwechselvorgänge der Zelle stören und dadurch eine vorzeitige Hautalterung hervorrufen können. UV-A-Strahlen zerstören das Stützgerüst (kollagenes Bindegewebe) unserer Haut, wodurch ihre Elastizität abnimmt und Hautfalten entstehen.

UV-B-Strahlen erreichen zwar nur die oberen Hautschichten, sie können aber bei längeren Aufenthalten i der Sonne oder unter der Sonnenbank sofort sichtbare Schäden in Form von Sonnenbränden verursachen. Infolgedessen wird auf lange Sicht die Entstehung von Hautkrebs begünstigt.

UV-bedingte Hautschädigungen, die im Kindes- oder im Jugendalter erworben wurden, sind sogar mit einem deutlich höheren Risiko verbunden. Besonders gefährdet sind daneben Personengruppen, die beruflich bedingt täglich mehrere Stunden der Sonne ausgesetzt sind. Darüber hinaus hat sich das Freizeitverhalten in den letzten Jahrzehnten enorm verändert. Hervorzuheben sind vor allem die zunehmende Anzahl europäischer Urlaubsreisender in sonnenreiche Gebiete, der steigende Beliebtheitsgrad von Outdoor-Aktivitäten sowie der übermäßige Genuss von natürlichen und künstlichen UV-Quellen.

Schaubild Hautalterung

Aufgrund der Hornschicht der Oberhaut und der Produktion von Pigmenten (Melanin) besitzt unsere Haut die Fähigkeit, sich über einen gewissen Zeitraum selbst vor UV-Strahlung zu schützen. Die Dauer des Eigenschutzes ist dabei stark abhängig von der Dicke der Hornschicht und der Hautfarbe. Sehr helle Hauttypen mit Sommersprossen und roten Haaren weisen deutlich weniger Pigmente auf und sind daher anfälliger für UV-Schäden. Während die Häufigkeit von Hautkrebs in Asien und Afrika vergleichsweise gering ist, weist die australische Bevölkerung die höchste Erkrankungsrate auf, was den erheblichen Einfluss des erblich bedingten Hauttyps auf das Risiko widerspiegelt. Zudem sind Kleinkinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt, da der Eigenschutzmechanismus der Haut noch sehr viel schwächer ausgeprägt ist als bei Erwachsenen. Daher ist ein ausreichender UV-Schutz sehr wichtig, um kurz- und langfristige irreparable Schädigungen zu vermeiden.

Hauttyp I Hauttyp II Hauttyp III Hauttyp IV
Merkmale
  • Sehr helle Haut
  • Rote oder hellblonde Haare
  • Sommersprossen
  • Helle Haut
  • Blonde Haare
  • Hellbraune Haut
  • Dunkelbraune Haare
  • Keine Sommersprossen
  • Braune Haut
  • Schwarze Haare
Reaktion auf Sonne Rötung / nie Bräunung Oft Rötung / geringe Bräunung Mäßige Bräunung / selten Rötung Schnelle Bräunung / nie Rötung
Eigenschutz 5 - 10 Min. 10 - 20 Min. 20 - 30 Min. 40 Min.
Schaubild Melaninproduktion je Hauttyp

Mit zunehmendem Alter, steigt auch das Risiko an Krebs zu erkranken. Das gleiche gilt auch für Hautkrebs. Grund hierfür ist die Zunahme der Fehlerrate bei unseren zellulären DNA-Reparaturmechanismen, wodurch schwerwiegende und dauerhafte Veränderungen im Erbgut hervorgerufen werden können. Erbgutveränderungen können schließlich die Entwicklung von Hautkrebs begünstigen.

UV-Strahlen führen zu einer Verschlechterung der Immunabwehr unserer Haut. Wenn das Immunsystem beeinträchtigt ist, können äußere schädigende Einflüsse nicht mehr durch die zelleigenen Reparaturmechanismen ausgeglichen werden. Besonders gefährdet sind daher Personen, deren Immunsystem krankheitsbedingt geschwächt ist. Das gleiche gilt für Patienten, deren Immunabwehr nach einer Organtransplantation zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen medikamentös herabgesetzt wird. Daher sollten Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem regelmäßig ihre Haut auf Veränderungen kontrollieren lassen.